Cannabis legalisieren: Die verlogene Schweizer Hanfpolitik

Hanf legalisieren, Legalize It

Auch wenn die Schweizer Politik vordergründig immer wieder den Anschein erwecken möchte in Sachen «Cannabis» auch eine Vorreiterrolle einzunehmen, handelt es sich dabei lediglich um ein Scheinargument. Richtig und wichtig für die Bevölkerung wäre es, Hanf endlich unter gewissen Rahmenbedingungen zum Verkauf frei zu geben. Hanf legalisieren macht Sinn – jedoch richtig und nicht mit falschen Argumenten.

Die Einstiegsdroge Hanf (Lügengeschichte)

Bei jeder Diskussion um die Legalisierung von Cannabis Produkten kommt nach kurzer Zeit unweigerlich das Argument, dass Hanf eine gefährliche Einstiegsdroge ist. Wäre dem so, würde ich die Legalisierung von Hanf nicht befürworten und propagieren.

Prof. Dieter Kleiber und Prof. Renate Soellner: Die Einstiegsthese wird gern im politischen Raum vorgetragen, um die Gefährlichkeit von Cannabisprodukten nachvollziehbar zu machen und dies gilt, obwohl sie mehr als dreißig Jahren in der Fachwelt kritisiert und heute von Fachleuten einhellig als empirisch unbestätigt zurückgewiesen wird.

Es ist wohl richtig, dass nahezu jeder Heroin- oder Kokain Konsument bereits einmal Cannabis konsumiert haben. Kein Kiffer verspürt jedoch urplötzlich das Gefühl: «Ich muss jetzt was Härteres konsumieren. Am besten probiere ich jetzt Kokain». Vielmehr ist es so, dass vor allem Jugendliche ihr «Haschisch» auf der Strasse beim «freundlichen Dealer» kaufen müssen und genau diese Problematik macht es zur Einstiegsdroge. Nicht der Stoff selbst lässt in der Wirkung nach oder gibt dem Konsumenten das Gefühl es reiche ihm vom Wirkungsgrad nicht mehr aus, sondern der Kontakt zum Dealer ist gefährlich und macht Hanf zur Einstiegsdroge. Es kommt nicht selten vor, dass sich Konsumenten harter Drogen ihre eigenen (anderen und zum Teil harte Drogen) mit dem Verkauf von Cannabis (mildere Bestrafung) finanzieren. Dieser Kontakt zwischen Kiffer und Dealer stellt die grösste Gefahr dar, welche mit einer gezielten Legalisierung massiv gesenkt werden kann. Jungen Menschen fehlt es sowohl am Kleingeld als auch am Netzwerk um auf besserem Wege einkaufen zu können und das gefährdet sie noch viel mehr.

Nicht Cannabis selbst ist die Einstiegsdroge, sondern der Dealer auf der Gasse welcher sich oft andere Drogen finanziert, macht Hanf dazu. Sag Ja zur Legalisierung von Cannabis.

Die Konsumenten, die Behörden und die Kriminalisierung

Über die Verhältnismässigkeit der Strafverfolgung von Cannabis Konsumenten kann man auch geteilter Meinung sein. Grundsätzlich gilt zuerst was im BtmG steht. Bei Cannabis für den Eigenkonsum heisst es in Art 19 Bst. b «1. Wer nur eine geringfügige Menge eines Betäubungsmittels für den eigenen Konsum vorbereitet oder zur Ermöglichung des gleichzeitigen und gemeinsamen Konsums einer Person von mehr als 18 Jahren unentgeltlich abgibt, ist nicht strafbar.» und «10 Gramm eines Betäubungsmittels des Wirkungstyps Cannabis gelten als geringfügige Menge.» Folglich wird der Konsum, sofern das Gras vom Himmel gefallen ist, bis zu 10 Gramm bereits jetzt NICHT bestraft. Leider werden aber noch heute willkürlich Bussen verteilt.

Dazu kommen die vielfältigen CBD Produkte, welche seit ein paar Jahren auf dem Schweizer Markt legal erhältlich sind. Für die Polizei und Strafverfolgungsbehörden ist es ein grosser Aufwand, zwischen legalen und illegalen Hanfprodukten zu unterscheiden. Ist dieser Aufwand in Anbetracht der Situation überhaupt noch gerechtfertigt?

Natürlich dürfen bekiffte Personen nicht am Strassenverkehr teilnehmen – kein Thema. Genau so wenig wie besoffene oder übermüdete Menschen. Dagegen hat niemand etwas einzuwenden. Warum aber der Wochenend-Kiffer laufend mit einer Strafverfolgung rechnen muss ist unverständlich und Bürgerfeindlich.

Cannabis ist ein Genussmittel wie Tabak. Kein Grund das Eine zuzulassen und das Andere nicht.

Positive und negative Eigenschaften

Es ist kein Zufall, dass die Pharmaindustrie seit Jahrzehnten mit ihren Lobbyisten und ihrem Einfluss alles dafür tut, dass Hanf nicht legalisiert wird und möglichst wenig Hanfprodukte auf dem Markt zugelassen werden. Seit Jahrhunderten ist bekannt, dass Cannabis keines Falls nur negative, sondern durchaus auch sehr viele positive Eigenschaften aufweist. Hier auf die einzelnen Wirkstoffe (CBD, THC usw.) einzugehen würden den Rahmen sprengen. Wichtig ist es zu verstehen wie Hanf wirkt und wie damit umzugehen ist. Deshalb ist die Aufklärung so wichtig und sollte wie im TabPG auch als Aufgabe des BAG in der Gesetzgebung verankert werden.

Der Schutz der Bevölkerung – insbesondere der Minderjährigen

Der Bund ist verantwortlich den Schutz der Bevölkerung und insbesondere der Minderjährigen, sicherzustellen. Diese Pflicht, wie auch die Motion Humbel und der Parlamentswille für ein schweizweites einheitliches Abgabealter von Tabakprodukten führt dazu, dass der Verkauf von Hanfprodukten an Minderjährige nie zur Debatte stehen wird. Das ist auch gut so. Der Verkauf von Cannabis soll für Personen ab 18 Jahren legalisiert werden. Der Konsum generell straffrei.

Prävention und Aufklärung – aber bitte richtig

Weil Jugendliche beim erwachsen werden vieles ausprobieren ist es wichtig im Rahmen der Prävention ehrlich und fair über Cannabis aufzuklären. Es ist unbestritten, dass ein hoher THC Gehalt lasch und labil macht. Daraus kann man folgern, dass Konsumenten bevor sie sich am Wochenende einen Joint anzünden, besser vorher alle Arbeiten erledigt haben. Übrigens darf Hanf das tun, denn das ist weit weniger schlimm als aggressive Alkoholiker welche die Familie verprügeln. Oder dass es wichtig ist, insbesondere für Jugendliche dessen Hirn noch im Wachstum ist, auf strake THC Produkte zu verzichten und eher solche mit einem mässigen Gehalt zu konsumieren. Leider kann der Dealer auf der Strasse kein Prüfprotokoll vorlegen, welches den THC und CBD Wert des Produktes ausweist.

Die Qualität und die Sicherheit der Produkte würde mit einer Legalisierung deutlich erhöht.

Forschungsprojekte für den Cannabis-Handel

Der Ständerat hat glücklicherweise im März dafür gesorgt, dass im BtmG ein sogenannter Experimentierartikel hinzukommt, welcher es einzelnen Städten ermöglich im Rahmen von Forschungsprojekten den Verkauf von Cannabis in reguliertem Rahmen zu testen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Wie der Verkauf von Cannabis reguliert werden soll

Der Import und der Handel von Cannabis-Produkten soll in der Schweiz für Personen ab 18 Jahren legal sein. Der Konsum von Cannabis Produkten generell legal um junge Konsumenten nicht unnötig zu kriminalisieren. Der Hanf soll über «autorisierte Stores» (Meldepflicht; Reverse-Nummer) vertrieben werden. Eine maximale Obergrenze pro Person / Monat könnte man diskutieren, damit der gewerbsmässige Verkauf besser verhindert werden kann. Dagegen würde allerdings der Datenschutz sprechen.

Wenn man gleichzeitig die Strafbestimmungen für den illegalen Verkauf von Cannabis-Produkten an Minderjährige und nicht Schweizer massiv verschärfen würde, dann wäre die Schweiz für Drogenkartelle sehr schnell unattraktiv für den Handel mit Cannabis. Das wäre ehrlicher Jugendschutz!

Hohe Steuereinnahmen und weitere Vorteile für den Bund

Wenn man sich dann auch noch die Anzahl Kiffer in der Schweiz, die zu erwartenden Steuereinnahmen für AHV und Kanton vorstellt, fragt man sich schon, warum das nicht schon lange geschehen ist. Die Bauern welche über immer geringere Einkommen klagen hätten plötzlich viel mehr Arbeit. Die Schweiz könnte wie früher einmal, wieder eine Pionierrolle in Sachen Drogenpolitik übernehmen.

Versteht das denn keiner in Bern? Alle bekifft?

Würde man dann von den Steuern auch nur ein bisschen, aber ein wenig mehr als die lächerlichen 0.3% bei der Tabaksteuer, in Prävention und Aufklärung stecken, dann hätte die Schweiz wirklich diverse Probleme auf einen Schlag gelöst. Es ist Zeit was tun. Legalize It!

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