Lässt Postfinance bei TWINT die anderen Banken akquirieren?

TWINT

Autor: Bundesmaus | Einfache, benutzerfreundliche und schnelle Zahlungsapplikationen mit hohen Sicherheitsansprüchen sind täglich bedeutsamer für Schweizer Unternehmen insbesondere die Finanzindustrie um sich im digitalen Markt gegen Apple, Google, Alipay oder Paypal behaupten zu können. Als im Herbst 2015 die Postfinance TWINT lancierte war die Bundesmaus von diesem Produkt nicht überzeugt. Einerseits machte es einen unausgereiften Eindruck und die penetrante Werbung in jeder Poststellet und auf allen möglichen Marketingkanälen der Post war nervend. Anderseits glaubte die Maus nicht daran, dass sich Postfinance mit diesem Produkt gegen Apple und Co. durchsetzen könnte – nun kommt es vielleicht doch anders.

Zur selben Zeit bauten damals die Kantonalbanken mit Paymit ebenfalls an einer Zahlungs-App welche sich nicht merklich von TWINT abheben konnte. Ernüchternd stellte die Maus damals fest, dass wohl den Schweizer Finanzunternehmen gerade der Zug vor der Nase abfährt. Um so erstaunlicher war dann die spätere Meldung, dass Paymit und TWINT fusionieren und so die Postfinance, SIX, die UBS und bis heute zahlreiche Kantonalbanken, die CS und die Raiffeisen zum TWINT-Konsortium gehören. Das ist eine gute Basis um überhaupt gegen die Grossen bestehen zu können.

Warum KMU bisher eher auf Paypal setzten

Die Grundkosten und der Aufwand für die Implementierung von Echtzeit-Zahlungsschnittstellen (Kreditkarten) sind in der Schweiz für KMU teuer und Paypal hat diesen Markt bereits breit besetzt. Deshalb wurde bisher oft Paypal als günstige und schnelle Zahlungsschnittstelle von KMU und Kleinstbetrieben eingesetzt. Mit TWINT hat die Schweiz nun die einmalige Chance ein wirklich gutes Produkt so auf dem Markt zu etablieren, dass die Grossen es schwieriger haben, daran vorbeizukommen.


Die Vorteile von TWINT sind nicht zu unterschätzen

  • Schnelle Zahlungen in Echtzeit an der Kasse, Online und an Automaten
  • Geld senden von Handy zu Handy
  • Es können Kreditkarten, Bankkonti und auch Rabattkarten in der App auf dem Handy hinterlegt werden
  • Menschen (und Bundesmäuse) benötigen keine Kreditkarte, sofern die Bank TWINT unterstützt. Damit kommen auch Personen mit Einträgen im Betreibungsregister oder schlechter Bonität in den Genuss der Echtzeitzahlung
  • Für den Käufer entstehen keine Kosten
  • Für den Verkäufer ist die Anbindung, sofern man diese direkt über TWINT macht, schnell und einfach.
  • Die Gebühren für den Händler sind niedrig

All diese Vorteile von TWINT zusammen mit dem Einfluss der beteiligten Banken macht diese Zahlungs-App zu einem Killer – sollte man meinen. Leider wissen viel zu wenig Leute über die Vorteile von TWINT bescheid und dann macht Postfinance, jetzt wo alle an Board sind, das Gegenteil von guter Werbung für TWINT. Ich die Maus, wollte in meinem Onlineshop zur Postfinance Zahlungsschnittstelle zusätzlich TWINT als Zahlungsmittel akzeptieren. Der Bundesmaus-Berater bei der Post fand das eine tolle Idee und ich fragte zweimal ungläubig nach ob ich richtig verstanden habe, dass dabei keine weiteren Kosten entstehen und wir das im Basic-Vertrag implementieren. Zwei Tage später hat mich der Berater nochmals angerufen und teilte mir mit, dass ich doch einen kostenpflichtigen KMU Vertrag (PostFinance StartUp) abschliessen muss, damit ich TWINT nutzen kann. Dass darin auch gleich noch die Akzeptanzverträge von VISA und Mastercard mit verkauft werden machte für mich einen aufdringlichen nicht kundenorientierten Eindruck.

Die Postfinance verkauft TWINT im Service-Providing nur, wenn man den Akzeptanzvertrag KMU Startup unterzeichnet

Warum die Postfinance zu dieser Zeit, wo es doch darum geht TWINT zu verbreiten bereits wieder versucht andere Produkte und Gebühren zu verkaufen, verstehe ich nicht. Weil die Bundesmaus aber nicht bereit war einen teuren zusätzlichen Vertrag bei der Postfinance zu unterschreiben hat sie sich schlau gemacht. Nach 30 Minuten mit Lesen und Googlen habe ich mich direkt bei TWINT angemeldet und ein paar Stunden später war die Onlineshop-Lösung ohne zusätzlicher Vertrag im Shop implementiert gewesen. Die eingehenden Zahlungen landen allerdings jetzt nicht auf dem Postfinance Konto wie zuerst vorgesehen, denn auch das kann man bei TWINT direkt konfigurieren.

Die Bundesmaus möchte von der Post deshalb wissen:

  • Warum geht die TWINT Anbindung nicht im Basic-Vertrag?
  • Merkt ihr selbst nicht, dass ihr so keine Kunden gewinnt, sondern diese wie die Bundesmaus eher davonlaufen?
  • Merkt ihr nicht wie viel auf dem Spiel steht für TWINT?

Es gibt keine zweite Chance!
Die Bundesmaus

2 Kommentare

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    Weitere Infos zur Aktion: https://www.twint.ch/winback

  • Pingback: Postfinance – Das Major Update oder der Super Gau? | Bundesmaus

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