Freiheit

Freiheit = Eigentum + Markt + Geld. Jede Einschränkung von einer dieser Komponenten bedeutet eine Einschränkung der Freiheit.

Angenommen wir machen einen Reset-auf-Null: Kein Staat, keine Produktionsmittel, kein Geld, Steinzeit. Was passiert?

Menschen müssen etwas schaffen, um zu überleben. Also gehen die einen auf Beerensuche, andere zur Jagd, wieder andere eignen sich Land an, indem sie einen Acker bestellen oder eine Hütte bauen. Damit haben wir schon Landbesitz. Das Land wird erst wertvoll durch ihre eigenhändige Arbeit, vorher war es ungenutzt. Alle Ressourcen sind erst einmal wertlos und werden erst dadurch wertvoll, dass jemand seiner Hände Arbeit rein steckt. Auch wenn die Tiere im Wald erst einmal niemandem gehören, so gehen sie mit dem Erlegen in das Eigentum des Jägers über, ebenso wie die Beeren mit dem Sammeln in das Eigentum des Sammler übergehen. Jeder Mensch gehört nur sich selbst (Selbsteigentum). Und damit gehört auch das Resultat seiner Arbeit nur ihm selbst. Er allein kann darüber verfügen, es nutzen, teilen, weiter vererben. Wenn ein Mensch einem anderen Menschen Eigentum weg nimmt, dann nimmt er ihm die Früchte seiner Arbeit weg. Damit macht er den anderen Menschen zu seinem Sklaven. Selbstverständlich darf jeder Mensch sich und sein Eigentum verteidigen. Als nächstes wird der Jäger Fleisch gegen Korn und Beeren eintauschen. Schon haben wie eine freie Marktwirtschaft! Sehr bald werden die Beteiligten den unbequemen Tauschhandel durch ein bequemes Zahlungsmittel ersetzen.

Fazit: Besitz, freier Markt, freier Handel, Kapital sind der natürliche Grundzustand einer freien Gesellschaft. Sie entwickeln sich praktisch zwangsläufig von selbst. Solange kein Mensch einem anderen etwas weg nimmt und jeder Tausch auf der freiwilligen Zustimmung der Beteiligten basiert, ist das auch absolut fair.

Alles was davon abweicht oder eingreift, ist unangemessene Gewalt.

Nehmen wir nun den Sozialismus als Gegenentwurf an: Es steht den Menschen frei, sich gemeinsam zu organisieren. Wenn alle freiwillig mitmachen, dürfen sie auch ihre Güter alle zusammen legen, und neu verteilen. Aber sobald einer nicht mehr mitmachen will, muss es ihm auch möglich sein, dass er das Kollektiv verlässt und seinen Anteil an den gemeinsamen Gütern mit nimmt. Über Markt und Tausch oder Geld kann sich das Kollektiv auch mit anderen Kollektiven oder mit Individuen austauschen. Was das Kollektiv nicht darf, ohne in die Freiheit anderer Menschen einzugreifen, ist Anspruch auf fremdes Eigentum erheben. Das wäre ein Unrecht.

Fazit: In einer freien Gesellschaft können sich auch sozialistische Kollektive bilden. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass die Mitglieder des Kollektivs nicht mit Gewalt auf fremdes Eigentum zugreifen, und dass die Mitgliedschaft im Kollektiv immer freiwillig ist und zu jeder Zeit aufgekündigt werden kann.

Das ist die einzige Form von Sozialismus, die nicht zwangsläufig in Gewalt und Diktatur endet.

Quelle: Pirat Marc Wäckerlin, Winterthur

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