Nationalrat

Der Nationalrat, die «grosse Kammer», vertritt das Volk. Er setzt sich aus 200 Mitgliedern zusammen, die für eine vierjährige Amtsperiode gewählt sind. Die Anzahl Abgeordneter pro Kanton hängt von dessen Bevölkerungszahl ab. Pro rund 40’000 Einwohner hat ein Kanton Anrecht auf einen Nationalrat.

Die Verfassung garantiert mindestens einen Sitz für jeden Kanton, auch wenn er weniger als 40’000 Einwohner zählt. Die Kantone Appenzell-Ausserrhoden, Appenzell-Innerrhoden, Obwalden, Nidwalden, Uri und Glarus entsenden je nur einen Abgeordneten in den Nationalrat. Der bevölkerungsreichste Kanton Zürich hingegen schickt 35 Nationalräte nach Bern.

Kompetenzen und Arbeitsweise

Der National- und der Ständerat versammeln sich vier Mal jährlich zu je dreiwöchigen Sessionen. Die zwei Kammern entscheiden über Verfassungsänderungen, bevor diese dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden. Ausserdem verabschieden sie neue Gesetze und ändern bestehende oder schaffen solche ab. Den beiden Kammern obliegt auch die Ratifizierung internationaler Abkommen.

Die vereinigte Bundesversammlung, die sich aus den beiden Kammern zusammensetzt, tagt mindestens einmal pro Jahr, in der Regel im Dezember. Ihr obliegt in erster Linie die Wahl der Mitglieder des Bundesrates und des Bundesgerichtes.

Die Bundesversammlung ist ein Milizparlament (oder Halbberufsparlament), da die meisten Ratsmitglieder daneben noch einem Beruf nachgehen. Ein Schweizer Parlamentsabgeordneter wendet durchschnittlich 60% seiner Arbeitszeit für sein Mandat auf.

Synonym:
Nationalrat, der Nationalrat
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