Verhaltenssüchte

Neben der Alkohol-, der Heroin- oder der Tabaksucht muss sich die Gesellschaft auch mit Verhaltensabhängigkeiten auseinandersetzen. Das Phänomen ist zwar nicht neu, aber das Bewusstsein für die gesundheitlichen Folgen und die damit verbundenen Sozialkosten kam erst in jüngerer Zeit auf.

Definition von Verhaltenssucht

Verhaltenssüchte oder stoffungebundene Süchte lassen sich definieren als exzessive Verhaltensweisen, die von den Betroffenen nicht mehr richtig kontrolliert werden können und daher pathologische Züge annehmen. Es gibt verschiedene Verhaltenssüchte. Dazu gehören namentlich:

  • Geldspielsucht
  • Übermässiger Internetkonsum
  • Kaufzwang
  • Sportsucht
  • Arbeitssucht (Workaholism)
  • Sexsucht
  • Affektive Abhängigkeit

Wie stoffgebundene Süchte (Tabak, Alkohol, Drogen usw.) lassen sich Verhaltenssüchte an typischen äusseren Zeichen erkennen. Als Beispiele seien hier genannt:

  • Zwanghafter Wunsch, der betreffenden Tätigkeit nachzugehen
    Entzugserscheinungen
  • Aufgabe anderer Interessen und Hobbys
  • Weiterführen des Verhaltens trotz der offenkundig schädlichen Auswirkungen auf die betroffene Person und ihr Umfeld

In der Schweiz fehlen noch Zahlen und zuverlässige aktuelle Studien zu den Verhaltenssüchten. Derzeit gibt es keinen Hinweis auf einen dringenden Handlungsbedarf, aber es ist dennoch notwendig, die künftige Entwicklung zu beobachten und die Datengrundlagen zu verbessern, damit man rasch und angemessen auf jede Veränderung in Bezug auf diese Problematik reagieren kann.

Synonym:
Verhaltenssüchte
« Zurück zur Übersicht